Gehörlosenarbeit – Besuchsdienst

Evangelische Gehörlosengemeinde im Dekanatsbezirk München

 

Zur Gehörlosengemeinde München und Umland gehören rund 300 gehörlose, ertaubte und hörende Gemeindemitglieder. Das Angebot der Gemeinde umfasst unter anderm Gottesdienste, Gemeindenachmittage,  Taufen, Trauungen, Trauerfeiern, Angebote für Kinder- und Jugendliche - und auch einen ökumenischen Besuchsdienst* für ältere oder einsame gehörlose Menschen, die das Haus nicht verlassen können und isoliert leben.

Die Mitarbeitenden des ehrenamtlichen Besuchsdiensts für Gehörlose beherrschen die Gebärdensprache. Für die Gehörlosen ist das wichtig – so können sie mit tiefer gehende Gespräche führen und sich verstanden fühlen. Die Gespräche stehen bei den Besuchen im Vordergrund, aber der Besuchsdienst übernimmt bei Bedarf auch kleinere Einkäufe oder geht mit den Gehörlosen spazieren. Oftmals sind ältere gehörlose Menschen auf den Rollstuhl angewiesen. Deshalb bietet der Besuchsdienst Schulungen für die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer an, wie man beispielsweise mit einem Rollstuhl richtig umgeht. Auch Erste-Hilfe-Kurse oder der Umgang mit neuen Medien wie einem Computer-Tablet gehören zum Schulungsangebot.

15 Ehrenamtliche arbeiten derzeit beim ökumenischen Besuchsdienst, der ein Kooperationsverbund* ist. Der Besuchsdienst würde ohne die freiwilligen Helfer nicht weiter existieren können. Deshalb ist es wichtig, dass die Ehrenamtlichen gut betreut und ausgebildet werden. Darüber hinaus müssen natürlich auch neue Helfer gewonnen werden. Der Besuchsdienst nimmt deshalb unter anderem an Ehrenamtsmessen teil oder präsentiert seine Arbeit in Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen.

Die Stiftung „Wort und Tat“ finanzierte für die Ehrenamtlichen des Besuchsdienstes Schulungen. Zudem wurden Maßnahmen gefördert, um Mitarbeitende zu binden und zu vernetzen, sowie Aktionen, um neue Helfer zu gewinnen.

*Der ökumenische Besuchsdienst ist ein Kooperationsverbund setzt sich aus der Evangelischen Gehörlosengemeinde, der Katholischen Hörgeschädigten Seelsorge, der Gehörlosenverband München und Umland sowie der Bayerische Landesverband für die Wohlfahrt Gehörloser zusammen.